Häufig gestellte Fragen zu SETI@home

Allgemeine Fragen zu SETI@home und zum Einsatz der Software

1.1. Was brauche ich um an SETI@home teilnehmen zu können?
1.2. Muß ich irgendetwas von Wissenschaft oder SETI verstehen, um SETI@home einsetzen zu können?
1.3. Wie lange dauert es, den Bildschirmschoner herunterzuladen?
1.4. Ich bezahle für die Onlinezeit meines Internetzugangs, wie lange muß SETI@home online sein?
1.5. Warum eigentlich ein Bildschirmschoner an Stelle einer im Hintergrund ablaufenden Anwendung?
1.6. Warum wurde das Ganze nicht in Java geschrieben?
1.7. Wie sieht es mit der Sicherheit aus?
1.8. Benötigt der Bildschirmschoner mehr als einen Prozessor auf einer Multiprozessoren-Maschine?
1.9. Warum wird der Quellcode nicht veröffentlicht?
1.10. Wie komplex ist die Software? Muß der Anwender ab- und anschalten oder die Resultate absenden? Muß der Computer ständig online sein?
1.11. Gibt es etwas bei der Verwendung von SETI@home Software in Verbindung mit Firewalls (oder Proxies) zu beachten?
1.12. Ich habe die Software heruntergeladen, aber mein Computer weiß nichts mit einer .exe/.sit/.hqx/.tar Datei anzufangen - was nun?
1.13. Kann ich die Software auf so vielen Rechnern laufen lassen, wie ich möchte?
1.14. Was passiert eigentlich mit den work units die niemals zurückgeschickt werden? Sind die für immer verloren?
1.15. Kann ich einen Rechner ohne Internet-Anschluß verwenden?

Fragen zur Verwendung der SETI@home Software

2.1. Ich benutze SETI@home schon eine ganze Weile, aber nachdem ich meine Client-Software upgedated habe, brauchen die work units acht mal länger um abgearbeitet zu werden! Habe ich etwas falsch gemacht?
2.2. Nach den Statistiken arbeitet die Plattform X Y mal schneller als mein Rechner! Warum eigentlich?
2.3. Was ist mit der Anzeige der Gaussschen Information in den neuen Mac und Windows Clients passiert? Suchen die Clients noch danach?
2.4. Ich setze SETI@home als Bildschirmschoner ein, aber er unterbricht sofort nach Systemstart. Was ist los?
2.5. Wie verändere ich meine Login Adresse/User Info?
2.6. Ist der Bildschirmschoner passwortgeschützt?
2.7. Ich versuche eine Verbindung über einen HTTP Proxy Server herzustellen, der über einen anderen Port als den Port 80 angesteuert wird und das klappt nicht.
2.8. Der Client zeigt an, daß er keine Verbindung zum Server herstellen kann. Auf Windows 95/98/NT Rechner erscheint manchmal ein WinSOCK error number 10060.
2.9. Wenn ich meine Resultate übermittelt habe und eine neue work unit bekomme, warum werden die "Data units completed" und "Total computer time" Werte nicht aktualisiert?
2.10. Gibt es Versionen von SETI@home für Parallelsysteme wie Beowulf oder Multiprocessoren?
2.11. Gibt es eine Windows 3.x Version?
2.12. Kann ich SETI@home in Verbindung mit einem anderen Bildschirmschoner einsetzen?

Wissenschaftliche Fragen zu SETI@home

3.1. Was passiert wenn ein außerirdisches Signal entdeckt wird?
3.2. Werde ich erwähnt, wenn mein Computer ein solches Signal gefunden hat?
3.3. Es heißt SETI@home läuft über einen Zeitraum von 2 Jahren. Warum eigentlich nicht für immer?
3.4. Wenn ein Signal gefunden wird, wie wird die in ihm enthaltene Information dekodiert?
3.5. Wie werden die Daten vom Teleskop gesammelt und auf andere Rechner zur Analyse verteilt?
3.6. Werden an schnellere Rechner größere Dateneinheiten versandt?
3.7. Welche Arten von Signalen werden analysiert und auf welche Weise?
3.8. Wie werden die Resultate der Berechnungen zusammgefasst?
3.9. Gibt es Sicherheitsmechanismen, die verhindern, daß Daten falsch interpretiert werden, obwohl sich dahinter ein außerirdisches Signal verbirgt?
3.10. Was wird getan, um jemanden davon abzuhalten das Programm zu knacken und falsche Daten zurückzusenden, die als außerirdische Signal interpretiert werden würden?
3.11. Kann es passieren, daß so viele Leute teilnehmen wollen, daß gar nicht genug Arecibo-Daten vorhanden sind, um alle Clients zu versorgen? Wenn dem so ist, wie wird Abhilfe geschaffen?

Fragen zu SETI im Allgemeinen

4.1. Welche Art Spektrum wird derzeit von der Erde ausgestrahlt? Ist dieses Signal noch in 10 oder 50 Lichtjahren Entfernung wahrnehmbar? Wenn sich SETI auf einem Planeten, der 10-50 Lichtjahre von hier entfernt wäre befinden würde, wäre es imstande das Signal von der Erde aufzufangen (vorausgesetzt es wäre in unsere Richtung gerichtet)?


Allgemeine Fragen zu SETI@home und zum Einsatz der Software


1.1. Was brauche ich um an SETI@home teilnehmen zu können?

Für Windows Systeme (95/98/NT) einen Computer mit mindestens 32 MB RAM, mit der Fähigkeit 8-bit Grafiken in einer Auflösung von 800x600 darstellen zu können, 10 MB freien Festplattenbereich, und eine Internet Verbindung (Wählverbindung ist OK). Für Macintosh Systeme siehe oben, oder einen PowerPC Prozessor und Mac OS 7.5.5 oder höher. SETI@home kann auf einem Laptop eingesetzt werden, der nur sporadisch verbunden wird. Wir unterstützen auch viele Versionen von UNIX, einschließlich Linux auf verschiedenen CPUs. Möglicherweise werden wir in der Zukunft andere Systeme wie OS/2 and BeOS. WebTV wird von uns nicht unterstützt. Es gibt keine besonderen Anforderungen an CPU oder Modem Geschwindigkeit. Es ist völlig egal wo auf der Welt sie leben.


1.2. Muß ich irgendetwas von Wissenschaft oder SETI verstehen, um SETI@home einsetzen zu können?

Nein. Alles was sie tun müssen ist die Client-Software herunterladen und installieren.


1.3. Wie lange dauert es, den Bildschirmschoner herunterzuladen?

Mit einem 28.8 Kbps Modem ungefähr 5 Minuten.


1.4. Ich bezahle für die Onlinezeit meines Internetzugangs, wie lange muß SETI@home online sein?

SETI@home stellt nur zum Datentransfer eine Verbindung her. Dies geschieht alle paar Tage und dauert circa 5 Minuten. Die Abarbeitung passiert off-line.


1.5. Warum eigentlich ein Bildschirmschoner an Stelle einer im Hintergrund ablaufenden Anwendung?

SETI@home benötigt viel Speicherplatz wenn die Auswertung läuft, das würde bei einigen Computern bedeuten, daß andere Anwendungen ständig ausgelagert werden müssen. Wir möchten keinerlei Einschränkung in ihrer normalen Computerarbeit verursachen. Deshalb ist bei PC und Mac der Standardmodus der des Bildschirmschoners.

Sollten sie lieber ihren eigenen Bildschirmschoner einsetzen wollen oder es vorziehen SETI@home nicht als Bildschirmschoner laufen zu lassen, kann das Programm auch im Hintergrund laufen, seine Berechnungen laufend und ohne graphische Darstellung ausführen. Auf diese Weise arbeitet auch die UNIX-Version.


1.6. Warum wurde das Ganze nicht in Java geschrieben?

Zur Zeit ist Java nicht schnell genug und es gibt einige systemabhängige Details die wir über C abwickeln müssen.


1.7. Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Der Client/Bildschirmschoner ist regulär nur über diese Seite abzurufen - wir unterstützen keine SETI@home Software, die aus einer anderen Quelle stammt. Diese Software wird Daten nur von und zu unserem Server hier in Berkeley übermitteln. Der Server transferiert keinerlei ausführbaren Code auf ihren Computer. Alles in allem ist der Bildschirmschoner wesentlich sicherer als der Browser den sie gerade einsetzen!


1.8. Benötigt der Bildschirmschoner mehr als einen Prozessor auf einer Multiprozessoren-Maschine?

Nicht die Startversion. Vielleicht eine spätere.


1.9. Warum wird der Quellcode nicht veröffentlicht?

Wir entschlossen uns aus sicherheitspolitischen und wissenschaftlichen Erwägungen den Quellcode nicht zu veröffentlichen. Wir müssen sicherstellen, daß jeder Beteiligte die exakt gleiche Analyse durchführt oder wir haben keinerlei Kontrolle mehr über unsere Forschungsarbeit und können den Resultaten nicht mehr trauen. Zudem hatten wir die Sorge, daß es einige wenige Leute geben könnte, die absichtlich unsere Datenbank und unseren Server zerstören könnten.


1.10. Wie komplex ist die Software? Muß der Anwender ab- und anschalten oder die Resultate absenden? Muß der Computer ständig online sein?

Die User müssen nichts tun, was sie nicht tun wollen. Die Resultate können automatisch gesendet werden, wenn die User das nächste Mal das Internet benutzen (Überprüfen der eingegangenen eMail, Surfen etc.) oder es kann die Frage um Herstellung einer Verbindung zum Internet eingestellt werden.


1.11. Gibt es etwas bei der Verwendung von SETI@home Software in Verbindung mit Firewalls (oder Proxies) zu beachten?

SETI@home benutzt das HTTP Protokoll, und arbeit mit jeder halbtransparenten Firewall, die ausgehenden Web-Traffic zulässt. Die letzten Versionen von SETI@home sollten auch mit restriktiveren Firewalls und Proxies zusammenarbeiten.

Wenn Sie Probleme bei der Verbindung über einen Proxy haben, können sie es auch mit SocksCap bei NEC unter http://www.socks.nec.com/sockscap.html und Hummingbird Socks unter http://www.hummingbird.com/products/nc/socks/index.html versuchen. Beide lassen es zu die Software zu benutzen, als ob man "direkt mit dem Internet verbunden" wäre.


1.12. Ich habe die Software heruntergeladen, aber mein Computer weiß nichts mit einer .exe/.sit/.hqx/.tar Datei anzufangen - was nun?

Die Windows-Version der Software ist in einer Datei mit einer .exe-Erweiterung zusammengefasst, Mac-Software mit .sit oder .hqx, und UNIX mit .tar - könnte sein, daß sie Software heruntergeladen haben, die für ein anderes System als das von ihnen verwendete gedacht ist.


1.13. Kann ich die Software auf so vielen Rechnern laufen lassen, wie ich möchte?

Ja, das können sie - und so lange sie auf allen Rechnern dasselbe Login verwenden werden sich auch für alle erzielten Ergebnisse erwähnt.

Bitte beachten Sie, daß sie (derzeit) nur einen SETI@home Prozeß auf jeweils einem Windows oder Mac Rechner starten können bzw. wenn mehrere SETI@home Prozeße unter UNIX gestartet werden, müssen diese aus unterschiedlichen Unterverzeichnissen gestartet werden.


1.14. Was passiert eigentlich mit den work units die niemals zurückgeschickt werden? Sind die für immer verloren?

Wir führen Buch über jedes work unit das herausgeht - wenn es zu lange dauert, bis ein Resultat zurückkommt, schickt es der Server automatisch an jemand anders. Nur wenn wir Resultate zurückbekommen, werden die betreffenden work units von der Platte genommen.


1.15. Kann ich einen Rechner ohne Internet-Anschluß verwenden?

Nein. Theoretisch wäre es möglich, Daten und Resultate per Diskette zu transferieren, aber ein solches Vorgehen wird von uns nicht unterstützt.


Fragen zur Verwendung der SETI@home Software


2.1. Ich benutze SETI@home schon eine ganze Weile, aber nachdem ich meine Client-Software upgedated habe, brauchen die work units acht mal länger um abgearbeitet zu werden! Habe ich etwas falsch gemacht?

Die alten Beta-Versionen (vor Version 1.0) hatten einen sehr unterschiedlichen Code. Bei den neueren Clients wurde das Verfahren überarbeitet, das nun die Daten detaillierter betrachtet als bei den vorhergehenden Versionen. Diese Verbesserung konnte nur durch eine Erhöhung der verwendeten CPU-Zeit erreicht werden.

Gleichzeitig wurde der Grafik-Code für beide Plattformen optimiert, um die neueren Versionen schneller zu machen.

Übrigens können verschiedene Betriebssysteme und CPU-Typen zu unterschiedlichen Verarbeitungsgeschwindigkeiten führen. Einige können work units innerhalb von Stunden verarbeiten, während andere Tage dazu benötigen.


2.2. Nach den Statistiken arbeitet die Plattform X Y mal schneller als mein Rechner! Warum eigentlich?

Das beruht auf den weit voneinander abweichenden Geschwindigkeiten verschiedener Prozessoren. Zudem haben die UNIX Versionen (noch) keine graphische Darstellung und benötigen deshalb auch wesentlich weniger Zeit. Sie können die Geschwindigkeit ihrer Mac und Windowsrechner erhöhen, wenn sie in den Einstellungen ihres Bildschirmschoners das "Blank" auf einige wenige Minuten umstellen und damit die graphische Darstellung reduzieren. Zusätzlich befand sich ein Bug in der früheren Windows Version (vor 1.05) der falsche CPU-Zeiten anzeigte.


2.3. Was ist mit der Anzeige der Gaussschen Information in den neuen Mac und Windows Clients passiert? Suchen die Clients noch danach?

Die Clients suchen auch jetzt noch danach, nun wird aber eine entsprechende Information nur noch angezeigt, wenn der Client einen entsprechenden Wert gefunden hat, der stark genug ist, um an uns übermittelt zu werden.


2.4. Ich setze SETI@home als Bildschirmschoner ein, aber er unterbricht sofort nach Systemstart. Was ist los?

Der SETI@home Client könnte von einem anderen Bildschirmschoner oder einem ähnlichen Programm unterbrochen worden sein. Da SETI@home als so wenig störend wie möglich konzipiert wurde und ihren Computer nur nutzt, wenn er nicht für andere Zwecke gebraucht wird, beendet der Client seine Tätigkeit, sobald er feststellt, daß ein anderes Programm starten möchte. Wenn es sich bei diesem Programm um einen anderen Bildschirmschoner handelt, der ebenfalls darauf wartet, bis ihr Computer nicht benutzt wird, versuchen beide Programme zu starten wodurch SETI@home beendet wird. Ein typisches Beispiel hierfür ist der McAfee VirusScan. Sollten Sie VirusScan installiert haben, überprüfen Sie ob die ScreenScan Funktion der Applikation ausgeschaltet wurde, da diese sonst SETI@home beeinflußt.


2.5. Wie verändere ich meine Login Adresse/User Info?

Sie könne dazu folgendes webbasierende Formular benutzen: Account Change.


2.6. Ist der Bildschirmschoner passwortgeschützt?

Unser Bildschirmschoner arbeitet wie jeder andere Bildschirmschoner, das schließt auch die Fähigkeit ein, das Betriebssystem mit einem Passwortschutz auszustatten. Dies geschieht auf dem normalen Weg über die Einstellungen des Schoners.


2.7 Ich versuche eine Verbindung über einen HTTP Proxy Server herzustellen, der über einen anderen Port als den Port 80 angesteuert wird und das klappt nicht.

Dabei handelt es sich um einen bekannten Fehler in der Version 1.0. Auch hier der Verweis auf: SocksCap bei NEC unter http://www.socks.nec.com/sockscap.html und Hummingbird Socks unter http://www.hummingbird.com/products/nc/socks/index.html Beide lassen es zu die Software zu benutzen, als ob man "direkt mit dem Internet verbunden" wäre.


2.8 Der Client zeigt an, daß er keine Verbindung zum Server herstellen kann. Auf Windows 95/98/NT Rechner erscheint manchmal ein WinSOCK error number 10060.

Aufgrund des überwältigenden Interesses am SETI@home Projekt, kann der Server vorübergehend unerreichbar sein, da zu viele Clients versuchen eine Verbindung herzustellen. Gelegentlich kann der Server auch zu Wartungszwecken heruntergefahren sein. Sollten Sie keine Verbindung herstellen können, bitte warten Sie eine Stunde und versuchen es dann noch einmal.


2.9 Wenn ich meine Resultate übermittelt habe und eine neue work unit bekomme, warum werden die "Data units completed" und "Total computer time" Werte nicht aktualisiert?

Wenn wir das Resultat einer abgeschlossenen work unit auf unserem Server erhalten, wird diese zur weiteren Verarbeitung auf einen separaten Computer weitergeleitet. Es kann zu einer Verzögerung von bis zu einigen Tagen kommen, während der die Resultate angepaßt und überprüft werden. Die Werte werden erst nach dieser Überprüfung der work unit Daten aktualisiert. Nachdem der Server ein Update ihrer Statistik vorgenommen hat, erhält ihr Computer die entsprechenden Werde übermittelt. Das heißt also, daß die angezeigten Statistiken üblicherweise etwas hinterher hinken.


2.10 Gibt es Versionen von SETI@home für Parallelsysteme wie Beowulf oder Multiprocessoren?

Nein. Es gibt die Möglichkeit eines Parallellaufs in unterschiedlichen Bereichen. Voraussetzung hierzu ist es, jeden Prozeß aus einem anderen Unterverzeichnis zu starten.


2.11 Gibt es eine Windows 3.x Version?

Keine mit graphischer Darstellung. Vielleicht können wir bald eine command-line (DOS) Version zur Verfügung stellen.


2.12 Kann ich SETI@home in Verbindung mit einem anderen Bildschirmschoner einsetzen?

Ja. Stellen Sie dazu in den Preferences, "Data Analysis Always Runs" ein. Wählen Sie einen anderen Screensaver. SETI@home arbeitet dann auch, während der Bildschirmschoner läuft.

Wissenschaftliche Fragen zu SETI@home


3.1. Was passiert wenn ein außerirdisches Signal entdeckt wird?

Die SETI-Forscher der ganzen Welt haben sich auf eine bestimmte Vorgehensweise geeinigt. Zunächst wird ein anderer SETI-Forscher unabhängig das Signal überprüfen. Wenn es sich um ein echtes Signal handelt und nicht durch von Menschen verursachte Einflüsse erklärt werden kann (Satelliten, Reflektionen etc.) werden die Presseagenturen und Regierungen systematisch verständigt werden.


3.2. Werde ich erwähnt, wenn mein Computer ein solches Signal gefunden hat?

Ja. Unsere Software hält fest wo jedes Teilstück abgearbeitet wurde. Wenn ihr Computer an der Entdeckung beteiligt war, werden sie, sofern sie das möchten, als Ko-Entdecker gelistet.


3.3. Es heißt SETI@home läuft über einen Zeitraum von 2 Jahren. Warum eigentlich nicht für immer?

In zwei Jahren wird das Arecibo Radio Teleskop drei mal den sichtbaren Teil des Himmels gescannt und die erhaltenen Daten analysiert haben. Dies ist für unsere Zwecke ausreichend. Danach wird es neue Teleskope, neue Experimente und neue Zielsetzungen für SETI geben.


3.4. Wenn ein Signal gefunden wird, wie wird die in ihm enthaltene Information dekodiert?

Unser Primärziel ist es ein solches Signal zu finden. Wenn es Informationen enthalten sollte, werden Experten in Linguistik und Mathematik hinzugezogen, um es zu dechiffrieren.


3.5. Wie werden die Daten vom Teleskop gesammelt und auf andere Rechner zur Analyse verteilt?

Die Daten werden auf hochdichten Bändern beim Arecibo Teleskop in Puerto Rico gespeichert, ungefähr ein 35 Gbyte Band pro Tag, dann nach Berkeley übersandt, in 0,25 Mbyte Einheiten aufgeteilt und über das Internet an Teilnehmer auf der ganzen Welt zur Analyse übermittelt. Arecibo verfügt nicht über eine hohe Internet-Bandbreite, deshalb müssen die Daten auf herkömmliche Weise nach Berkeley verschickt werden.


3.6. Werden an schnellere Rechner größere Dateneinheiten versandt?

Nein, alle Computer erhalten gleich große Einheiten. Schnellere Computer werden in der Lage sein, diese Einheiten schneller abzuarbeiten und erhalten dann unmittelbar neue Einheiten, um eine entsprechende Auslastung zu gewährleisten.


3.7. Welche Arten von Signalen werden analysiert und auf welche Weise?

Wir suchen Signale im niederfrequenten Bandbereich. Das funktioniert so ähnlich, wie an einem Radio verschiedene Kanäle auszuwählen und dabei auf ein Feldstärken-Meßgerät zu sehen. Sollte das Meßgerät ausschlagen, werden wir aufmerksam. Um es etwas technischer auszudrücken, geht es um die Abarbeitung vieler digitaler Signale, überwiegend Fourier Transformationen bei unterschiedlicher Dauer und Chirp-Raten.

Zudem suchen wir nach pulsierenden und wandernden Signalen, sowie nach Signalen die mit dem Muster des Antennenstrahls übereinstimmen, während es über den Himmel wandert. Die Analyse Software sucht nach Signalen, die 10 mal schwächer sind als alle Signale, die bisher erforscht wurden, dabei benutzt es einen rechenintensiven Algorhitmus der als "kohärente Integration" bezeichnet wird und für den bisher noch niemand (einschließlich unseres Serendip Programms) genügend Rechenleistung zur Verfügung hatte.


3.8. Wie werden die Resultate der Berechnungen zusammgefasst?

Sie werden in einer Datenbank auf unseren Computern zusammengefasst, etwaige Störstrahlung eliminiert und durch verschiedene Suchalgorithmen auf vielversprechende Signale untersucht.


3.9. Gibt es Sicherheitsmechanismen, die verhindern, daß Daten falsch interpretiert werden, obwohl sich dahinter ein außerirdisches Signal verbirgt?

Ja. Ohne (aus verständlichen Gründen) zu sehr ins Detail zu gehen, haben wir Mechanismen die das verhindern sollen.


3.10. Was wird getan, um jemanden davon abzuhalten das Programm zu knacken und falsche Daten zurückzusenden, die als außerirdische Signal interpretiert werden würden?

Siehe vorhergehende Frage. Nebenbei bemerkt - wenn es einen "Hit" gibt, werden wir das entsprechende Datensegment einer ausführlichen Untersuchung unterziehen.


3.11. Kann es passieren, daß so viele Leute teilnehmen wollen, daß gar nicht genug Arecibo-Daten vorhanden sind, um alle Clients zu versorgen? Wenn dem so ist, wie wird Abhilfe geschaffen?

Das ist möglich. Bis zu einem gewissen Punkt können wir das Problem umgehen, indem wir dieselben Daten an mehr als einen User senden. Darüber hinaus werden wir, sofern wir es uns leisten können, einen weiteren Datenrekorder in Arecibo plazieren und eine größere Frequenzbreite aufnehmen (unser derzeitiges System speichert lediglich 2,5 MHz aus der 100 MHz Bandbreite von SERENDIP).


Fragen zu SETI im Allgemeinen


4.1. Welche Art Spektrum wird derzeit von der Erde ausgestrahlt? Ist dieses Signal noch in 10 oder 50 Lichtjahren Entfernung wahrnehmbar? Wenn sich SETI auf einem Planeten, der 10-50 Lichtjahre von hier entfernt wäre befinden würde, wäre es imstande das Signal von der Erde aufzufangen (vorausgesetzt es wäre in unsere Richtung gerichtet)?

Die Erde strahlt in den Weltraum eine Vielzahl von Radio- und Fernsehsignalen aus, die von nahegelegenen fortschrittlichen Zivilisationen empfangen werden könnten, aber es wäre für eine solche Zivilisation sehr schwierig, diese Signale zu entdecken, sofern sie nur über einen mit dem derzeit auf der Erde verfügbaren vergleichbaren Level an Technologie ausgestattet sein sollten (z.B. eine Teleskop vergleichbar mit dem in Arecibo und ein Projekt ähnlich SETI@home).

Früher TV-Shows wie I Love Lucy und Ed Sullivan verließen die Erde vor ungefähr 40 Jahren und haben also eine Strecke von 40 Lichtjahren hinter sich gelegt, erreichen im Augenblick einige tausend nahegelegene Sterne. Aber diese Signale sind relativ schwach und SETI@home wäre nicht in der Lage ein entsprechende Äquivalent an TV-Signalen zu orten, selbst wenn es von einem der nächstgelegenen Sterne ausgestrahlt werden würde.

Die stärksten Sendeeinrichtungen der Erde wären leichter aufzuspüren, wie zum Beispiel Militärradar oder einige Radioteleskope. Das Arecibo Teleskop sendet sehr starke Signale aus, wenn es als Radarsystem benutzt wird um Planeten, Asteroiden und die Ionosphäre zu studieren. Diese Radarsignale sind stark genug, um auch noch 10.000 Lichtjahre entfernt von Einrichtungen ähnlich SETI@home wahrgenommen zu werden, aber mit drei großen Einschränkungen:

a) Die Signale aus Arecibo nutzen eine sehr enge Bandbreite (werden nicht wie militärisches Radar und TV in viele Richtungen ausgestrahlt), so daß sie nur einen geringen Teil des Himmels gleichzeitig abdecken (um ein Millionstel des gesamten Himmels). Es ist unwahrscheinlich, daß sich eine andere Zivilisation exakt innerhalb dieses Bereichs befindet.

b) Die ältesten Signale aus Arecibo verließen die Erde vor 30 Jahren, haben also erst eine Strecke von 30 Lichtjahren zurückgelegt.

c) SETI@home untersucht nicht die komplette Bandbreite, welche die Arecibo Transmitter benutzen (obwohl unser älteres SERENDIP III Programm eines dieser Bänder untersuchte).


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