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Wie funktioniert SETI@home?

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Ins Deutsche übersetzt von: Silvia Michel - Copyright ©1999 SETI@home
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Was geschieht, wenn mein Computer E.T. entdeckt? 

Bevor wir zu der Stelle kommen bei der wir das "was passiert" behandeln, müssen wir euch über den "was wenn"-Teil informieren. Das wichtigste das ihr über die Daten und die Resultate wissen müsst ist, dass es UNZÄHLIGE Quellen für Radio-Signale gibt. Viele stammen von der Erde selbst - von Fernsehsendern, Radar oder vielen anderen Mikrowellen-Transmittern. Auch Satelliten und andere astronomische Objekte können die Ursache für solche Signale sein. Zudem gibt es eine Art "Test-Signale", die vorsätzlich in das System infiltriert werden, damit das SETI@home Team kontrollieren kann, ob die Hardware und die Software während allen Arbeitsprozessen einwandfrei laufen. Das Arecibo Radio Teleskop wird alle Signale auffangen, und dann häppchenweise an Euren Bildschirmschoner senden. Das Radio Teleskop achtet nicht auf die unterschiedlichen Signale (unterscheidet sie nicht), genausowenig wie Euer Ohr darauf achtet, welche Töne und Geräusche es registriert. Euer Bildschirmschoner wird Quellen suchen/aussieben, die Signale senden, die lauter als die Hintergrundgeräusche sind, und die innerhalb einer 12-Sekunden-Periode an- und wieder abschwellen - der Zeitraum den das Teleskop benötigt, um einen bestimmten Ausschnitt des Himmels zu durchstreifen.

Jegliches Signal, das den Suchkriterien entspricht, wird an das Berkeley SETI@home Team zur weiteren Analyse zurückgesandt. Das SETI@home Team unterhält eine umfangreiche Datenbank mit bekannten Quellen von Radio-Frequenz Interferenzen (RFI). Diese Datenbank wird regelmässig aktualisiert. An dieser Stelle werden 99.9999% aller Signale die Euer Bildschirmschoner entdeckt haben wird als RFI erkannt und eliminiert. Auch Test-Signale werden an diesem Punkt entfernt.

Die verbleibenden, nicht sogleich zuzuordnenden Signale werden dann mit einer anderen sich im selben Himmelsabschnitt befindlichen Beobachtung gegengecheckt (dieser Vorgang wird im Film "Contact" ziemlich dramatisch und nicht gerade voll realistisch dargestellt - aber er gibt Anhaltspunkte). Dieser Vorgang könnte bis zu 6 Monaten dauern, da das SETI@home Team keine Kontrolle über das Teleskop ausüben kann. Wenn das Signal bestätigt wird, wird das SETI@home Team die erforderliche Teleskop-Zeit beantragen und die interessantesten Kandidaten erneut beobachten.

Wenn ein Signal mehr als zwei mal oder mehr kontrolliert wurde, und es sich nicht als ein RFI oder Test-Signal herausstellt, wird das SETI@home Team eine andere Forschungsgruppe darum bitten, einen Blick auf das Signal zu werfen. Solch eine andere Gruppe wird nicht dieselben Teleskope, Empfänger, Computer, etc. benutzen. So sollte möglich sein, dass man danach eine Fehlfunktion unserer Geräte oder unseres Computer Codes (oder den Streich eines cleveren Studenten) ausschliessen kann. Zusammen mit diesem anderen Team, wird SETI@home interferometrische Messungen durchführen (dazu benötigt man zwei sehr weit von einander entfernt liegende Observatorien). Diese Messung kann bestätigen, ob die Quelle des Signals in interstellarer Entfernung liegt.

Wenn die Bestätigung erfolgte, wird SETI@home eine Bekanntgabe in Form eines IAU (International Astronomical Union) Telegrams machen. Dies ist das Standard- Vorgehen, wenn man die astronomische Gemeinschaft über wichtige Entdeckungen informiert. Das Telegram enthält alle wichtigen Informationen (Frequenzen, Bandbreite, Himmelsposition etc.), die andere astronomische Gruppen benötigen, um die Observation bestätigen zu können. Die Person(en), die das Signal mit ihrem Bildschirmschoner gefunden hat, wird dann, zusammen mit den anderen Mitgliedern des SETI@home Teams, namentlich als Mitentdecker genannt werden. Zu diesem Zeitpunkt wäre immer noch nicht gewiss, ob das Signal von einer intelligenten Zivilisation oder von einem neuen astronomischen Phänomen stammt.

Alle Informationen zur Entdeckung werden dann publik gemacht, ev. über das Web. Kein Land oder kein Individuum wäre berechtigt, die Frequenz, auf der das Signal observiert wird, zu blockieren. Da das Objekt von jeder Stelle aus gesehen auf- und untergeht, werden Observationen von Radio-Teleskop-Anlagen rund um die Welt notwendig. Dies wird notgedrungen eine multi-nationale Zusammenarbeit. Auch die so gewonnenen Erkenntnisse werden publiziert.

Die offizielle Declaration of Principles Concerning Activities Following the Detection of Extraterrestrial Intelligence ("Deklaration der Prinzipien betreffend der Aktivitäten zur Entdeckung ausserirdischer Intelligenz") könnt ihr einlesen, indem ihr diesen Link anklickt..

Aufgrund dieses Protokolls ist es äusserst wichtig, dass Teilnehmer des SETI@home Projekts nicht vor lauter Aufregung, weil sie Signale auf ihrem Bildschirmschoner entdecken, gleich ein Kommuniqué herausgeben oder eine Pressekonferenz einberufen. Das könnte dem Projekt ausserordentlichen Schaden zufügen. Es ist wichtig, dass wir selbst, während unsere Computer beim "büffeln" der Daten heiss anlaufen, einen kühlen Kopf bewahren. Wir können aber alle hoffen, dass wir diejenigen sein werden, die dazu beitragen Signale irgendeiner ausserirdischen Zivilisation zu empfangen, die versucht "nach Hause zu telefonieren"...
 
 


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